Über den Autor
Christian Gasche ist freier Journalist, Redenschreiber und Kommunikationsberater mit Sitz in Frankfurt am Main. Seit mehr als drei Jahrzehnten arbeitet er an der Schnittstelle von Sprache, Geschichte und strategischer Kommunikation: als Ghostwriter für Führungskräfte, als Chronist von Unternehmensjubiläen, als Berater für komplexe Texte in Branchen, in denen Präzision und Ton zugleich stimmen müssen.
Mit Transkriber erschließt er historische Familienarchive und Unternehmensbestände für die digitale Gegenwart. Das KI-gestützte Werkzeug, das er entwickelt hat und betreibt, ermöglicht die automatische Transkription handgeschriebener Kurrent- und Sütterlin-Dokumente sowie deren historische Erschließung und Einbettung in lebendige Familienchroniken.
Christian Gasche begann seine journalistische Laufbahn in den frühen 1990er Jahren. Seitdem hat er für Unternehmen, Verbände, Stiftungen und Politiker geschrieben, ohne je selbst im Vordergrund zu stehen. Das ist das Wesen des Ghostwritings: Die Worte gehören dem, der unterzeichnet. Der Handwerker bleibt unsichtbar.
Frankfurt am Main, 2017
Über fünfhundert Reden hat er seither verfasst: Antrittssreden und Abschiedsreden, Festansprachen zu Firmenjubiläen, Trauerreden und Hochzeitsreden, Lobreden auf Preisträger und Danksagungen am Ende langer Karrieren. Jede dieser Reden beginnt mit einer einzigen Frage, die er dem Auftraggeber stellt: Was soll dieser Moment in zwanzig Jahren noch bedeuten?
„Eine gute Rede ist kein Vortrag. Sie ist ein Gespräch mit einem Raum voller Menschen, von denen keiner widersprechen kann."
Gasche arbeitet branchenübergreifend: Automobilindustrie und Zulieferer, Luft- und Raumfahrt, Maschinenbau, Energiedienstleistungen, IT und Cybersicherheit, Versicherungen, Stiftungen und Verbände. Seit 2012 begleitet er die Energieeffizienz-Kampagne der Hessischen Energie-Agentur. Daneben schreibt er SEO-Texte und Online-Content für Unternehmen, die in der Suche sichtbar sein wollen, ohne dabei ihre Sprache zu verlieren.
Als Mitglied des Deutschen Journalistenverbands (DJV Hessen) und des Verbands der Redenschreiber deutscher Sprache (VRdS) ist er Teil beider Berufswelten: der journalistischen Recherche und der rhetorischen Handwerkskunst. Dass beides zusammengehört, zeigt sein Werk: Texte, die informieren und bewegen, die belegen und berühren.
„KI verändert das Schreiben. Aber sie verändert nicht, was eine Geschichte erzählenswert macht. Das entscheidet nach wie vor der Mensch."
Die Idee zu Transkriber entstand aus der eigenen Erfahrung mit historischen Briefarchiven: Schachteln voller Kurrent- und Sütterlin-Handschriften, die niemand mehr lesen konnte. Nicht weil sie beschädigt waren, sondern weil die Schrift selbst aus dem kollektiven Gedächtnis verschwunden ist.
Transkriber erschließt sowohl private Familienarchive als auch Unternehmensbestände. Denn wer in alten Briefen liest, stellt rasch fest: Familien- und Unternehmensgeschichte verliefen über Generationen hinweg selten getrennt. Die Gründung des Betriebs fiel mit der Geburt der Kinder zusammen. Die Weltwirtschaftskrise schlug im Kontor und am Küchentisch gleichermaßen auf. Krieg und Nachkrieg hinterließen ihre Spuren in den Geschäftsbüchern wie in den Briefen an die Front. Wer eine Familie erschließt, erschließt oft zugleich ein Unternehmen, und umgekehrt.
Transkriber macht diese verflochtenen Dokumente lesbar: durch KI-gestützte Transkription, historische Erschließung, Personenregister, Zeittafel und einen automatisch generierten Archiv-Blog. Das Ergebnis ist keine Datenbank, sondern eine lebendige Chronik, in der Briefe wieder sprechen und Vorfahren wieder Gesichter bekommen.
Im November 2022 öffnete Gasche, wenige Tage nach dem weltweiten Start von ChatGPT, das Textfeld und begann zu tippen. Was folgte, war kein Zeitvertreib, sondern ein methodisches Erkunden: Webinare, Fachveranstaltungen, kontinuierliche Weiterbildung zu den sich überschlagenden Entwicklungen in der KI-Forschung. Er erprobte die Systeme parallel und im Wechsel, ließ sie an denselben Aufgaben arbeiten und verglich die Ergebnisse: ChatGPT und Claude als Schreib- und Denkpartner, Perplexity für die KI-gestützte Recherche, Comet als KI-Browser von Perplexity, der mehrere Modelle unter einer Oberfläche bündelt und das Surfen mit intelligenter Auswertung verbindet.
Der Vergleich war lehrreich. Nicht jedes System taugt für jede Aufgabe, und wer das erst versteht, wenn er einen Auftrag zu vergeben hat, lernt zu spät. Seit Ende 2025 arbeitet Gasche überwiegend mit Claude. Die Entscheidung fiel nach langer Beobachtung: Claude hält den Ton über lange Texte hinweg stabil, argumentiert nachvollziehbar, hält Widersprüche aus und fragt nach, wenn etwas unklar ist. Eigenschaften, die ein Ghostwriter von einem guten Lektor erwartet, und die er selten bekommt.
Mit Claude Code sind inzwischen Projekte entstanden, die früher ein ganzes Entwicklerteam erfordert hätten: Transkriber ist eines davon. Daneben entstanden ein Roman und ein Sachbuch. Die Erfahrung aus all diesen Projekten hat Gaschs Überzeugung gefestigt, dass KI kein Ersatz für handwerkliches Denken ist, sondern dessen Verlängerung. Das Werkzeug liefert, was man ihm aufträgt. Die Qualität des Ergebnisses hängt an der Qualität des Auftrags. Wer nicht klar formulieren kann, was er will, bekommt von der KI nichts zurück, das ihm weiterhilft.
„Künstliche Intelligenz ist gekommen, um zu bleiben. Sie wird, wie einst das Rechnen und das Schreiben, zur selbstverständlichen Kulturtechnik werden. Dazu gehört das Formulieren von Texten ebenso wie das Entwickeln von Anwendungen. Wer das früh begreift, hat einen Vorsprung. Wer es ignoriert, wird ihn aufholen müssen."